Smartphone und
(MoJo-)Action!

Heutige Handys eignen sich für professionellen Video-Content – wenn spezielles Zubehör und eine bewegtbildversierte Person mit am Drehstart sind.

 

Clips in ansehnlicher Qualität aufnehmen, das können Smartphones mittlerweile. Fehlt also nur noch eine passable Bearbeitungs-App, um mit dem „digitalen Multifunktionstool“ einen feinen Beitrag zu schnitzen? Nicht ganz, etwas mehr braucht es schon: Pflicht sind beispielsweise freier Speicherplatz im zweistelligen Gigabyte-Bereich, ein wertiges Objektiv (oder wenigstens gute Lichtverhältnisse) und flotte Rechenleistung. Die technische Kür besteht aus Zweitakku bzw. Powerbank, einem Ansteckmikro und einer stabilisierenden Griff-Halterung (Smartphone-Rig). So viel zu der Hardware-Basis ernstgemeinter Mobile-Reporting-Ambitionen.

Erst die Video-Storyline, dann das Filmen

Tools beschafft und videografische Bedienkompetenzen angeeignet? Gut, aber erst noch ein paar Schritte zurück. Denn auch Visual Storytelling per Handy beginnt kreativ im Kopf: also klassisch mit dem Scripten einer guten Geschichte und dem Vorabwissen, was diese sehenswert macht. Hinsichtlich der Bildeinstellungen etwa ist weniger mehr. Für den „Mobile Journalism (MoJo)“ genügt es, sich an die Five-Shot-Regel (siehe Galerie) zu halten, zumindest anfangs.

Auch um Schwenks, Zoomen oder spezielle(re) Effekte braucht man sich bei Smartphone-Drehs nicht zu kümmern, die sind hier nämlich weitestgehend tabu. So vorbereitet kann man sich jederzeit aufmachen, den Insta-Story-Standards von New York Times und Co. nachzueifern.

Schneiden besser am großen Schirm

Sind die Szenen – jede am besten öfters aufgenommen – im Speicher, folgen der digitale Schnitt samt Bild- und Tonbearbeitung. Doch selbst bei noch so guten Phone-Apps gilt: Video- und Audiospuren auf kleinem Touchscreen zusammenzufrickeln bereitet ähnlich viel Spaß wie Hartholzbearbeitung mit Handsägen analoger Multitools. Der Gerätewechsel zu Laptop oder zumindest Tablet fördert ab hier die Videoproduktivität. Wer in dieser Phase große Grafikbildschirme zur Verfügung hat, ist noch mehr im Vorteil; und am besten ergeht es jenen, denen andere in Büros oder der Agentur des Vertrauens die Schneidearbeit abnehmen.

Vom Grundsatz, dass gut Ding Weile (und Kompetenz) braucht, sind also auch mobil gewonnene Bewegtbilder nicht befreit. Dies im Hinterkopf, taugt heute aber auch das kleine Smartphone für großartige Videoprojekte – ungebunden an Orte, an viel und klobiges Equipment oder an riesige Teams. Vlogger:innen weltweit beweisen das täglich.

Autor

Achim Neuwirth

Senior Berater Content & PR

E-mail: neuwirth@wortwerkstatt.de

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