So tickt der Motorradmarkt

Motorradfahren kann glücklich machen. Bei kaum einem anderen Fahrzeug spürt man die Magie der Fortbewegung so hautnah. Das verbindet. Persönliche Kontakte sind in der „Biker-Community“ das A und O. Das prägt die ganze Branche.

Die „Triff-Dich“-Branche

Zwar geht die Motorradsaison gerade zu Ende. Doch auch die letzten Bike-Touren im Herbst zeigen: Wenn Leidenschaft im Spiel ist, ist der Austausch mit Gleichgesinnten nicht mehr weit. Biker:innen zelebrieren seit jeher ihre Gemeinsamkeiten: der „Motorradfahrer-Gruß“ und das zwanglose „Du“, das in der Szene schon seit Jahrzehnten gepflegt wird, sind nur zwei typische Merkmale.

Stabile Gemeinschaft

Entsprechend tickt auch der Motorradmarkt. Wer hier erfolgreich sein will, darf nicht nur an „Image“ und „Abverkauf“ denken. Es geht um Glaubwürdigkeit, Community und Austausch – ein ganz spezielles Wir-Gefühl eben. Das hat unser Tochter-Unternehmen, die IMOT – Internationale Motorrad Ausstellung im Frühjahr 2023 hautnah erfahren. Die Zweiradfans haben auch nach Corona weiter „Bock auf Messe“. Neuer Standort und neues Konzept wurden von den Motorradenthusiast:innen begeistert angenommen. Auch die Aussteller – unter anderem 18 der wichtigsten Motorradhersteller waren vor Ort – schwärmten vom neuen Auftritt. Das erging nicht nur der IMOT so. Ebenso guten Zuspruch verzeichneten die großen Open-Air-Events der Zubehörspezialisten im Sommer. Bei SW Motech, Touratech oder Wunderlich trafen sich teilweise über 50.000 Besucher:innen.
 
Das gibt Planungssicherheit für 2024. Die Reaktion der Zielgruppe wird sicher auch einige Hersteller, die in den Corona-Jahren auf den „Digital-Pfad“ abgebogen waren, zur Rückkehr auf die Event- und Messebühne bewegen. Wer der Motorrad-Community den Rahmen gibt, sich zu treffen und gemeinsam Spaß zu haben, der betreibt bestmögliches Brand Building bei den Fans von Motorrädern, Bikes, Moppeds, Kisten, Böcken, oder wie auch immer die Maschine liebevoll genannt wird.

Zusammenhalt leben

Wo die Community geballt Interesse zeigt, lässt sie sich auch perfekt „abholen“ – und zwar kommunikativ. Das kann ein Newsletter sein, der im Vorfeld informiert und die Vorfreude anfacht, der interessante Informationen zum Event wie Veranstaltungskalender oder Anfahrtspläne enthält. Das können Social Media Kampagnen sein, die mit Bildern vergangener Veranstaltungen Erinnerungen (und Begehrlichkeiten) wecken.

Die Info-Community

Wie vor der Pandemie sind auch heute die klassischen Kult-Events im Rennsport wieder wahre Zuschauermagnete für Biker:innen. Egal ob die MotoGP am Sachsenring oder für die ganz harten Fans die Reise zur Tourist Trophy auf die Isle of Man, dem Racing-Mekka der Bike-Fans.

Anziehungspunkte

Sie sind ebenso wie Messen und andere Treffen ein willkommener Anlass zum Fachsimpeln: Man zeigt einander seine Schätzchen, genießt die Atmosphäre und versorgt sich mit den neuesten Informationen über das Hobby, neue Produkte und Trends. Das entspricht dem Prinzip: „You never ride alone!“, denn mit dem Motorrad ist man selbst am hintersten Ende eines norwegischen Fjords nie wirklich allein. Wer tatsächlich „solo“ unterwegs ist, lässt die Community über die zahlreichen Social-Media-Kanäle und Messenger Apps mit wenigen Klicks an der „besten Tour aller Zeiten“ teilhaben. Das gilt im übrigen nicht nur für die zahlreichen Digital Natives, sondern auch für die „Silver Rider“ gehobenen Alters, die sich zur Ausfahrt immer öfter via Handy und App verabreden.

Weil die Biker-Szene zu einem nicht unwesentlichen Teil aus der solventen Boomer-Generation besteht, sieht die Zukunft der Branche rosig aus. Wer es schafft, Event und Emotion so mit Content und Information zu verknüpfen, hat das halbe Marketing-Konzept eigentlich schon fertig.

Doch wie geht es weiter? Wo findet sich der Nachwuchs und wie tickt dieser? Und womit werden diese neuen Generationen von Zweirad-Fans dann fahren – Stichwort „E-Mobility“? Diese Themen betrachten wir demnächst genauer.

Autor

Andreas Neemann

Senior Berater Content & PR

E-mail: andreas.neemann@wortwerkstatt.de

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