Mixed
E-Motions

Schon ein kurzes Treffen mit ZOE, Deutschlands beliebtester Elektroauto-Vertreterin, hinterlässt nachhaltig Eindruck. Und es führt zur Erkenntnis, dass Elektromobilität teils (noch) ganz eigenen Regeln folgt …

Habe mit ZOE einen halben Tag in Stadt und Land verbracht. Trotz nur kurzen Kennenlernens gab sie mir viele Orientierungspunkte für ein spannendes Zusammenleben mit auf den Weg. Und auch sonst hat Deutschlands beliebteste Elektroauto-Vertreterin nachhaltig Eindrücke hinterlassen.

Wer Ruhe bevorzugt, liegt richtig …

…, weil sich ZOEs Elektroantrieb im meistgenutzten Tempobereich akustisch genauso wenig bemerkbar macht wie der Verbrenner in einer Luxuslimousine. Ab circa 90 km/h jedoch verschaffen sich Wind- und Abrollgeräusche zunehmend Gehör. ZOE ist und bleibt eben ein Kleinwagen.

Wer heizt, bleibt …

… wohl ziemlich schnell auf der Strecke (liegen). Gibt man Vollstrom, schrumpft die Restreichweite gefühlt um einen Kilometer pro tatsächlich gefahrene 100 Meter, und das bei batterieschonenden Frühlingskonditionen. Werden die Heizung im Winter oder die Klimaanlage im Sommer stärker beansprucht, dürfte sich diese Problematik merklich verschärfen. Ganz ausgepumpt müsste ZOE dann an einer normalen Haushaltssteckdose circa 13,5 Stunden stillsitzen, um ihre Speicher für real-maximale 300 Kilometer zu füllen. Eine Schnellladestation dagegen verlangt „nur“ 1 Stunde und 45 Minuten Geduld. Doch die ist öffentlich leider noch viel zu selten und privat richtig teuer.

Wer beschleunigt, grinst …

… selbst bei der zierlichen ZOE angesichts einer beachtlichen Motorkraft, die fast ganz von Null weg da ist. Kein allmählicher Drehmomentaufbau, kein geschickt dosiertes Einkuppeln (es gibt gar keine Kupplung und bloß einen Vorwärtsgang), nur ansatzloses Abziehen: Das macht einen fast immer zur Nummer eins bei Ampelstarts und das Losfahren extrem unkompliziert. Wundervoll.

Wer bremst, gewinnt …

… Energie zurück in die Batterie. Dazu reicht es manchmal, den Fuß vom Fahrpedal zu nehmen. ZOE verzögert durch den Widerstand des Elektromotors, der dann wie ein Fahrraddynamo Strom erzeugt. Autos ohne E-Maschine verheizen den Schwung ungenutzt als Reibungswärme an den Bremsscheiben, die ZOE natürlich auch noch hat.

Wer’s technisch einfach mag, muss „E“ sagen …

… weil von der Abgasanlage samt Katalysatoren und Filtern über Kupplungen bis hin zu komplexen Otto- und Dieselaggregaten inklusive Motoröl vieles wegfällt, das im Laufe der Zeit verschleißt und daher gewartet oder repariert werden will. Ein Antriebsstrang mit Verbrenner kommt im Schnitt auf 1.400 Teile, einer mit E-Maschine begnügt sich mit 210, heißt es. Einen Gewichtsvorteil erzielt der Stromer daraus aber nicht: Seine schweren Akkus packen im Gegenteil noch jede Menge Kilos zusätzlich ins Chassis. Extrem simpel ist mit ZOE auch das Fahren, was aber für jedes aktuelle Automatik-Auto genauso gilt. Der klassische Handbremshebel, den sie aus konventionellen Autos mitgenommen hat, passt da aber so stimmig ins Interieur-Bild wie ein Aufzugmechanismus an eine Smartwatch.

Wer sauber fahren will, braucht Mut …

…, die Elektro-Revolution als einer der Pioniere anzuführen. Das bedeutet derzeit noch, mehr Kompromisse eingehen zu müssen, als einem eigentlich lieb sein können. Und es heißt, die tatsächlichen Umweltvorteile immer abhängig von der Stromerzeugung betrachten zu müssen: Die sind umso größer, je weniger Ampere aus Kohle und je mehr erneuerbaren Energien stammen. Nicht zuletzt setzt Elektromobilität heute die Bereitschaft voraus, eine stattliche Summe für vergleichsweise wenig Auto auszugeben.

 

Auf der Habenseite steht nach dem Ausflug mit ZOE aber ein unbezahlbar gutes Gefühl: Nämlich schon jetzt mit Fahrzeugen unterwegs sein zu können, die zumindest in die direkte Umgebung absolut null Emissionen jagen.

Autor

Achim Neuwirth

Senior Berater Content & PR

E-mail: neuwirth@wortwerkstatt.de

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